Johann Müller, geboren am 1.2.1872, hatte Weinberge am Altenberg in Abtswind im Ertrag stehen.
Die Arbeit zu dieser Zeit war enorm aufwendig, denn die Mechanisierung war wenig fortgeschritten und die gesamte Lage war in Terrassen gegliedert, weshalb die komplette Bewirtschaftung nur mit der Hand zu bewältigen war.
Die Weinlese fand im Oktober statt und zog sich bis weit in den November hinein. Zur Mittagspause im Weinberg wurde ein Feuer geschürt, damit sich die vielen Lesehelfer wärmen konnten.
Als die Trauben schließlich im Hof waren, wurden sie in die Korbpresse geschaufelt und per Hand ausgepresst. Die Vergärung fand im Gewölbekeller in Holzfässern statt.
Um Neujahr wurde der Wein das erste mal abgelassen und von der Hefe getrennt. Dann kamen Kitzinger Weinhändler, kauften Fasswein, und fuhren mit ihren Pferdefuhrwerken in die Weinhandelsstadt, füllten und vermarkteten diesen dann im Fass oder in der Flasche.
Johann Müller vererbte dann seinen Sohn Hans Müller Weinberge und Ackerland. Hans lebte die Tradition fort, trat dann aber 1959 in die neu gegründete Genossenschaft ein, der er im Herbst die Trauben ablieferte.
Weiterhin wurde aber auch Wein im eigenen Gewölbekeller im Halbstückfass ausgebaut.
Bei der Flurbereinigung 1963 in Abtswind wurden alle Terassen in Direktzuganlagen umgewandelt.
Hans Müller übergab dann seinem Sohn Karl-Heinz Müller Weinberge und Ackerland. Allerdings trat "Carlos" 1983 aus der Genossenschaft aus und seit 1985 werden alle Trauben wieder im eigenen Keller verarbeitet und vinifiziert.
Die Betriebsgröße stieg mittlerweile auf 1,2 Hektar an, die sich in die Rebsorten Bacchus, Müller-Thurgau, Silvaner, Scheurebe und Portugieser gliedert.
1999 begann dann unser Sohn Martin Justus Müller seine Ausbildung zum Weinküfer, die er 2002 erfolgreich abschloss.
Doch damit nicht genug, 2004 ging es wieder zurück auf die Schulbank. Für vier Semester nach Veitshöchheim an die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau. Dort machte er die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker für Weinbau und Kellerwirtschaft und schloss diese so erfolgreich ab, dass er von Agrarminister Josef Miller 2006 in Ingolstadt mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung geehrt wurde.
Seit 2000 haben wir die Aufgabenbereiche wie folgt getrennt: Maschinenarbeiten im Weinberg macht Vater Karl-Heinz, alle Stock, Pflege- und Laubarbeiten machen wir zusammen. Der Keller und der Weinausbau liegen in der Hand von Martin Justus Müller.